10 plausible Gründe, keine Kita-App zu nutzen...

Viele Kitas setzen neuerdings eine Kita-App ein. Das ist im sozialen Kontext doch gar nicht angebracht! Oder sind das nur Vorurteile, die sich hartnäckig halten?

Kind hält das Tablet fest
Foto erstellt von gpointstudio - www.freepik.com

Da es in Kindergarten, Krippe und Hort vor allem auf das soziale Miteinander ankommt, wirken PC, Tablet und Co. im pädagogischen Kontext seltsam deplatziert. Und deshalb fallen uns spontan mindestens zehn Gründe ein, die gegen die Nutzung einer Kita-App sprechen. In diesem Beitrag sehen wir genauer hin - und räumen mit den Vorurteilen auf. Denn meistens stellt sich die Situation gar nicht so eindimensional dar, wie wir sie zuerst wahrnehmen. 

 

1) "Durch Kita-Apps geht der persönliche Kontakt verloren!" ...stimmt´s?

Es wäre definitiv nicht nützlich, den direkten Kontakt mit den Eltern zu reduzieren und durch Kurznachrichten zu ersetzen. Deshalb werden per Kita-App in erster Linie organisatorische und allgemeine Themen weitergegeben, z.B. Termine, Abwesenheiten, Essenspläne, etc. Im Gegenzug haben Sie nun den Kopf frei, mit den Eltern über kindbezogene Inhalte zu sprechen. So steigern Sie die Qualität der Tür-und-Angel-Gespräche und intensivieren dabei die Erziehungs- und Bildungspartnerschaft! Denn organisatorischer Kleinkram hat bereits in der Kita-App einen Platz gefunden...

  • Deshalb gilt: "Kita-Apps ergänzen die persönlichen Gespräche mit den Eltern!"

 

2) "So eine Kita-App ist doch ein totaler Zeitfresser!" ...oder?

Sie haben die Elterninfo-Briefe sorgfältig formuliert, mühevoll gestaltet und im Nebenraum vielfach durchkopiert – Papierstau inklusive? Und trotzdem liegen sie jetzt z.T. ungelesen bei den Familien zu Hause! Die Kinder treffen sich morgen früh zum Waldtag – besser, Sie erinnern heute in der Abholzeit nochmal jeden Einzelnen daran. Wäre es da nicht deutlich effizienter, wichtige Infos direkt, in klarer Formulierung, schnell und zuverlässig per Kita-App zu übermitteln…? So gesehen, spart zielgruppengerechte Kommunikation Zeit.  

  • Also folgern wir: "So eine Kita-App ist ja ein totaler Zeitsparer!"

 

3) "Die Kita-App reißt mich doch ständig aus meiner Tätigkeit!" ...wirklich?

Es ist anstrengend und nervenaufreibend, im Kita-Alltag immer wieder auf alles Mögliche zu reagieren. Sie müssen ständig intensive Interaktionen unterbrechen, weil es schon wieder etwas Neues gibt... Die Kita-App hingegen ist „geduldig“ und speichert alles Wissenswerte, bis Sie einen günstigen Moment finden, um sich auf den aktuellen Stand zu bringen.

  • Das bedeutet: "Dank Kita-App kann ich bei meiner Tätigkeit bleiben!"

 

4) "Die Kita-App macht unseren Alltag auch nicht leichter!" ...oder etwa doch?

Eines der großen Probleme im Arbeitsfeld der Kita ist der Personalmangel. Es gilt, die vielfältigen Aufgaben und Abläufe effizient durchzuführen – damit der Kopf möglichst schnell wieder frei ist für die nächste Situation im bunten Kita-Alltag. Eine Kita-App kann für Entlastung sorgen, indem bestimmte Prozesse schneller und reibungsloser ablaufen. Um diesen Effekt zu erzielen, sollten Sie Ihre Schmerzpunkte identifizieren, bevor Sie sich für einen App-Anbieter entscheiden. Was soll die Kita-App für Sie tun? Geht es um die verlässliche Erreichbarkeit (fremdsprachiger) Eltern, die umstandslose Erfüllung des Verpflegungsauftrags, die gezielte Vergabe von Kita-Plätzen oder einen schnellen Überblick in der Bring- und Abholsituation?  

  • Daraus folgt: "Die Kita-App hilft uns, bestimmte Abläufe im Kita-Alltag zu erleichtern!"

 

5) "Die Eltern nutzen die Kita-App als Überwachungstool!" ...ist das so?

Klar, manchen Eltern fällt es schwer, ihr Kind tagsüber in fremde Hände zu geben. Wenn Sie allerdings gezielt Einblicke in den Kita-Alltag gewähren, fühlen sich Mama und Papa abgeholt – fast so, als wären sie dabei gewesen. Schicken Sie hin und wieder mal ein Foto vom Kita-Alltag an die Eltern, z.B. als Neuigkeiten aus dem Bildungsalltag der Kita! Damit erhöhen Sie die Transparenz, zeigen Ihre pädagogische Qualität und fördern das elterliche Vertrauen.

  • Das bedeutet: Die Eltern schätzen die Kita-App als Informationstool!

 

6) "Nicht jeder ist medienaffin genug, um eine Kita-App zu bedienen!" ...sicher?

Ok, nicht jeder gleitet flink und zielsicher mit den Fingern über den Touchscreen. Aber: Jeder darf sich trauen, eine Kita-App zu benutzen! So schnell geht nichts kaputt und alles ist übersichtlich gestaltet. Eine gut designte Kita-App ermöglicht es auch den unerfahrensten Nutzer:innen, intuitiv zurechtzukommen. Ist die Menüführung strukturiert und verständlich beschriftet, braucht es nur ein klein wenig Übung, um die Möglichkeiten der smarten Helfer auszuschöpfen. Es ist doch immer schön, etwas Neues dazuzulernen, nicht wahr? 

  • Demnach gilt: "Eine gute Kita-App ist übersichtlich gestaltet – die Bedienung ist ganz leicht!"

 

7) "Eine Kita-App zu benutzen verursacht hohe Kosten!" ...oder etwa nicht?

Auf jeden Fall kostet die technische Ausstattung von Kitas zunächst Geld: Man braucht optimalerweise ein Bildschirmgerät für jede Gruppe sowie eine stabile Internetverbindung. Für die Nutzung der Kita-App fallen monatliche Lizenzgebühren an. Je nach Anbieter können diese durchaus stark variieren. Andererseits sind die Ausgaben für Kopierpapier und Druckfarbe auch nicht zu unterschätzen. Nachhaltigkeit geht anders… Und: Pädagogisches Personal kann effektiver eingesetzt werden als am Kopierer. So werden die Fachkräfte entlastet und fühlen sich in ihrer Expertise wertgeschätzt. 

  • Weiter gedacht bedeutet das: "Eine Kita-App zu benutzen würdigt wertvolle Ressourcen!"

 

8) "Datenschutzrechtlich ist die Nutzung einer Kita-App bedenklich!" ...stimmt´s?

Für seriöse Anbieter ist die Einhaltung der EU-DSGVO (und ggf. des kirchlichen Datenschutzes) selbstverständlich. Dann liegen vertrauliche Kind-Daten geschützt auf Servern in Deutschland, gelangen keinesfalls an Fremde und werden nicht im Verborgenen ausgewertet. Das ist u.U. sicherer als fliegende Zettel, die deutlich lesbar herumliegen oder ein herkömmlicher Aktenschrank, der auch mal offensteht.

  • Fakt ist: "Datenschutzrechtlich ist die Nutzung einer Kita-App sinnvoll!"

 

9) "Die Kinder sitzen die ganze Zeit am Tablet!" ...ist das wahr?

Achtung, hier haben wir es mit einer Pauschalisierung zu tun: Die Digitalisierung in der Kita hat verschiedene Ebenen. Die Nutzung einer Kita-App für mittelbare pädagogische Aufgaben erfolgt durch die Erwachsenen und berührt nicht direkt die Medienpädagogik. Bevor digitale Medien in Kinderhände gegeben werden, sollte sich ein Kita-Team fundiert mit der Thematik auseinandersetzen. Es gilt, bestimmte Grundprämissen zu formulieren und sich für Konzepte der frühen Medienbildung zu entscheiden. Den Einstieg finden manche Teams über den sog. organisatorischen Ansatz - da ohnehin Tablets angeschafft wurden, ist die kindliche Bildung mit, durch und über digitale Medien oft die logische Konsequenz. Dennoch folgen beide Ebenen - die pädagogische und die organisatorische - unterschiedlichen Prinzipien! 

  • Bedenken Sie: Die Kita-App dient nicht direkt der frühen Medienbildung!

 

10) "Mit Nutzung der Kita-App geht Zeit für die Kinder verloren!" ...oder?

Im Zentrum der pädagogischen Arbeit in Kindergarten, Krippe und Hort stehen die Kinder mit ihren Themen, Interessen und Bedürfnissen - so soll es sein. Leider sieht es in der Praxis oft anders aus: Erzieher-Kind-Interaktionen und gelingende Bildungsmomente werden unterbrochen, da zum x-ten Mal das Telefon klingelt oder aktuelle News ihren Adressaten finden müssen. Der vielfältige Kita-Alltag ist nicht leicht zu managen, denn zahlreiche Prozesse ranken sich um die Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsarbeit. In einer Kita-App findet alles Organisatorische seinen Platz und liegt dort zuverlässig für Sie bereit. Das hilft Ihnen dabei, sich in den richtigen Momenten wieder auf das Wesentliche zu fokussieren: die Kita-Kinder! 

  • Letztlich heißt das: "Dank Kita-App ist wieder mehr Zeit für die pädagogische Arbeit mit den Kindern!"

 

Fazit

Fachkräfte, die im Alltag bereits eine Kita-App verwenden, sind von den Mehrwerten des smarten Helfers i.d.R. überzeugt. Im Vorfeld hatte sicherlich auch unter den mittlerweile erfahrenen Kita-App-Nutzer:innen die ein oder andere Fachkraft bestimmte Vorbehalte. Was denken Sie - in welcher Hinsicht kann Ihnen ein digitales Werkzeug die Arbeit erleichtern? Es lohnt sich, konkret über die Potenziale der digitalen Helfer für die eigene Einrichtung nachzudenken. Legen Sie sich gerne direkt einen kostenfreien Testzugang an, um sich ein Bild von den vielfältigen Möglichkeiten zu machen!

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